Den ersten Cuptriumph im Visier


Mit der Partie im Cup-Viertelfinal gegen St. Otmar präsentiert sich der BSV Bern Muri erstmals im Jahr 2010 seinem Heimpublikum in einem Ernstkampf. Der Nationalliga-A-Tabellenzweite stand 2004 gegen die Kadetten Schaffhausen und vor acht Monaten gegen Amicitia im Endspiel, beide Mal setzte es für die Berner eine klare Niederlage ab.

Von den BSV-Akteuren, die vor sechs Jahren gegen die Kadetten im Final gestanden hatten, ist nur noch das Trio David Staudenmann, Stephan Leiser und Benjamin Echaud dabei. "Zweimal habe ich das Endspiel verloren, nun möchte ich nur allzu gerne den Pokal auch einmal in meinen Händen halten", hofft der mittlerweile 27-jährige Routinier Staudenmann auf den ersten Cup-Triumph für den BSV. Der Rechtsaussen gibt sich zuversichtlich, dass der BSV die Hürde Otmar überspringen wird.

Im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres 2009 war St. Otmar zu Gast in Bern, die Begegnung entschied BSV Bern Muri letztlich deutlich mit 34:28 zu seinen Gunsten. Bei sieben Erfolgen und einem Unentschieden war es für die Bachmann-Truppe zugleich die achte Meisterschaftspartie ohne Niederlage in Serie. Nach einem Unterbruch von sieben Wochen kommt es im ersten Ernstkampf des Jahres 2010 zu einer Neuauflage des Derbies.  Doch in dieser Partie geht es nicht um Meisterschaftspunkte, sondern vielmehr um den Einzug in den Cup-Halbfinal. Nach dem Auftritt in der K.-o.-Konkurrenz haben die Bachmann-Schützlinge innerhalb von acht Tagen auswärts die beiden Meisterschaftspartien gegen Endingen und Pfadi Winterthur zu bestreiten.

Hanspeter Lutz' Erinnerungen

In der 13. Heimpartie seit dem Wiederaufstieg 2003 besiegten die Berner am 20. Dezember St. Otmar bereits zum zwölften Mal. "Auch wenn wir die Rückfahrt nach St. Gallen in den vergangenen sechs Jahren mit einer einzigen Ausnahme stets als Verlierer antreten mussten, so komme ich trotzdem immer sehr gerne wieder nach Bern in die Mooshalle", erklärte Otmar-Torhütertrainer Hanspeter Lutz nach der letzten Niederlage ohne Groll. Denn bei diesem Hinweis denkt der 55-jährige Ostschweizer insbesondere an seine eigene Karriere als Goalie. "Ich erlebte in Gümligen viele heissumstrittene und emotionsgeladene Partien. Auf der Gegenseite hütete Daniel Eckmann das Tor, mit dem ich in der Nati immer wieder das Zimmer geteilt habe." Um dann  mit einem Schmunzeln auf den Lippen noch nachzuschieben: "Im Gegensatz zur jüngsten Vergangenheit habe ich als Otmar-Goalie im 'Moos' doch öfters gewonnen." Erstmals gemeinsam hatte das Duo Eckmann/Lutz aus der legendären Janjic-Ära am 9. Dezember 1977 in Zofingen gegen Rumänien das Tor gehütet. Zusammen erlebten sie an der B-WM 1979 in Spanien die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau. Da war Eckmann aber nicht mehr dabei und Lutz beendete seine internationale Karriere nach dem Turnier in der russischen Hauptstadt.

Han vor Rückkehr in seine Heimat

Nach 121 Partien und 13 Treffern (!) für den BSV gab Kyung Tai Han - erklärter Liebling der Berner Fans - am 13. Mai 2007 gegen Otmar seine Abschiedsvorstellung in der Mooshalle. Finanziell nicht mehr tragbar, wurde der südkoreanische Klassegoalie von Otmar verpflichtet. "Es war eine tolle Zeit in Bern und der Abschied von meinen Teamkollegen fiel mir damals sehr schwer", so der Vater von zwei kleinen Mädchen. Nun neigt sich seine Zeit auch bei Otmar zu Ende, denn  wegen finanzieller Probleme erhält er in St. Gallen keinen Vertrag mehr. "Ich kehre in meine Heimatstadt Seoul zurück." Seine Zukunft sieht Kyung Tai Han aber weiterhin im Handball. "Ich hoffe, mich in den nächsten Jahren als Torhütertrainer bei verschiedenen Klubs zu etablieren."
Jürg Jungi

Jürg Jungi (JJ)

jungi.jpg (62 KB)

Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!