Runar zum zwölften Mal auf der internationalen Bühne


Mit IL Runar Sandefjord beschert das Los BSV Bern Muri in seiner fünfzigjährigen Europacupgeschichte zum zweiten Mal einen Klub aus Norwegen. Zu Gast bei Opsal Oslo verloren die Berner im November 1983 16:18, korrigierten die Niederlage zuhause aber mit einem 23:20 Erfolg. Dank dem knapp besseren Gesamtskore von 39:38 kamen die Berner weiter. Im Siegerteam standen damals auch der heutige BSV-Trainer Peter Bachmann und Martin Rubin. Nach seinen vier Treffern in Oslo wurde Beat Schiesser beim Rückspiel mit sechs Toren zum eigentlichen BSV-Matchwinner. "Die Norweger waren zwar ein unbequemer Widersacher, in ihrer Spielanlage aber relativ leicht auszurechnen. Aus dem Rückraum drohte kaum grosse Gefahr, weil die stämmig gebauten Nordländer sehr statisch und unbeweglich waren und beim Abschluss den Ball meist aus dem Stand warfen. Zwei solide Leistungen in der Abwehr genügten uns zum Weiterkommen", erinnert sich Schiesser noch bestens an die beiden Partien im IHF-Cup. Endstation war dann die nächste Runde, als die Berner im Viertelfinal am dänischen Spitzenklub Gladsaxe scheiterten.

Runar  - viermal Meister

In Sandefjord gibt es die zwei Eliteteams IL Runar und Sandefjord TIF. Runar gewann bisher viermal den Titel, zehnmal ging dagegen der Final  verloren. Vor drei Jahren gewann das Team den Cup. Ermittelt wird der norwegische Champion unter den acht besten Teams der Zwölferliga in Play-offs. In der Saison 2005/06 stieg Runar als Zweitletzter ab, schaffte aber auf Anhieb die sofortige Rückkehr in die Eliteklasse. In der abgelaufenen Saison scheiterte Runar in den Halbfinals am nachmaligen Meister Haslum. Seit 1993 stehen die Norweger zum zwölften Male in einem Europacup-Wettbewerb. Im laufenden Europacup der Cupsieger qualifizierte sich Runar gegen RK Medvescak Zagreb als Gegner von BSV.

Larsen beschaffte Video

Auf einem Video aus dem Match Runar - Fyllingen konnte sich Trainer Peter Bachmann ein Bild darüber machen, was sein Team gegen die Norweger erwartet. Für die Beschaffung zeichnete Pelle Larsen verantwortlich. "Ich habe bei AaB Handbold Aalborg zwei Jahre unter dem schwedischen Trainer Anders Fältnäs gespielt und pflege noch heute guten Kontakt zu ihm. Fältnäs ist jetzt Trainer von Fylingen und hat mir das Video gesandt. Er glaubt, dass wir gute Chancen besitzen Runar zu packen."

Im aktuellen Team stehen drei Schweden und ein Finne, einziger norwegischer Internationaler ist der 21-jährige Christoffer Rambo. Der Blondschopf mit der Nummer 13 gab sein Länderspieldebüt anlässlich der Weltmeisterschaft 2009 in Kroatien. "Ich habe ihn vor dem EM in Österreich in einem Testspiel gegen Dänemarks Nationalmannschaft gesehen. Rambo ist ein 'Bomber' der mich sehr beeindruckt hat. Ihn dürfen wir während 60 Minuten nie aus den Augen verlieren", weiss Pelle Larsen."

Frank Löke zweimal Meister mit Runar

In der Schweiz spielte Frank Löke zwei Jahre für die Grasshoppers, mit Amicitia gewann der norwegische Internationale 2008 und 2009 den Schweizer Meistertitel und zugleich auch noch im Final gegen den BSV Bern Muri den Schweizer Cup. Der Kreisläufer lernte das Handball-ABC in seiner Heimatstadt Sandefjord beim Spitzenverein Runar. Dort debütierte Löke auch in der Eliteliga und gewann mit Runar 1999 und 2002 die norwegische Meisterschaft. Als der Verein mit Zahlung seines Salärs in Rückstand geriet, startete der bullige Kreisläufer im Jahr 2003 zu seiner "Handball-Odysee" quer durch Europa. Er wechselte zu SV Post Schwerin, wo er mit über 200 Toren massgeblichen Anteil am Aufstieg in die Bundesliga hatte. Trotzdem verlängerte Löke seinen Vertrag nicht und zog weiter nach Kopenhagen zum FCK Händbold. Doch auch dort hielt es der Norweger nicht lange aus, nach nur zwölf Monaten heuerte er beim Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt an. Als überzähliger Kreisläufer wurde Löke aber dann vom Bundesligisten an die Grasshoppers ausgeliehen. Aber nach den finanziellen Turbulenzen Amicitias brach Frank Löke seine Zelte in Zürich und steht nun in Diensten von RK Zagreb.

Gegen Runar trägt das BSV-Team die Europacup-Einsätze Nummer 67 und 68 aus. Nach den beiden Siegen über den belgischen Erstrundengegner Tonggeren weisen die Berner bei 31 Erfolgen und 32 Niederlagen sowie drei Unentschieden eine noch leicht negative Bilanz auf.

Jürg Jungi

Jürg Jungi (JJ)

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Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!