Zwei Siege aus der Doppelrunde vom Wochenende

In elf Meisterschaftspartien hat BSV Bern Muri nie mehr verloren. Nun wollen die Berner ihre Ungeschlagenheit seit dem 23. Oktober auch in den Partien vom Freitag gegen Kriens-Luzern und am Sonntag gegen den RTV Basel wahren. Ärgerlich war zuletzt die Punkteteilung beim 28:28 im 52. Kantonalderby gegen Wacker Thun. Ein ärgerlicher Verlust deshalb, weil alle in den 22 Qualifikationspartien erzielten Punkte der Top-6 mitgenommen werden. Mit zwei Siegen am Wochenende könnte der BSV den finalen Kampf um den Meistertitel als erster Verfolger von Leader Kadetten Schaffhausen mit 34 Zählern in Angriff nehmen.

Theoretisch hat der RTV mit zwei Zählern Rückstand auf Pfadi in der Doppelrunde vom Wochenende noch eine minime Chance auf die Finalrunde. Doch aus eigener Kraft können es die Basler aber nicht mehr richten. "Wir schaffen es und besiegen St. Otmar und meinen langjährigen Verein BSV", gibt sich der 35-jährige Slowake Peter Hlavtur sehr zuversichtlich. Der Kreisläufer vergisst aber, dass Cupfinalist Pfadi bei Punktegleichheit das klar bessere Torverhältnis ausweist und auswärts gegen Wacker oder zuhause dann gegen Kriens wohl kaum ganz leer ausgehen wird. Dann Dass der RTV beim BSV gewinnen wird, scheint eher unwahrscheinlich, spricht die Statistik doch klar gegen die Basler. Seit dem Wiederaufstieg der Basler im Jahr 2007 hat die Mannschaft vom Rhein zu Gast bei den Bernern nie gewonnen, auch im Schweizer Cup siegte das Bachmann-Team zuletzt am 8. Dezember im Achtelfinal mit 30:28. Inklusive der Begegnungen in der Nationalliga B liegt der letzte Erfolg des RTV in der Bundesstadt fast zwanzig Jahre zurück, als die Basler am 3. Mai 1991 mit 30:26 siegten.

Peter Hlavturs ungewisse Zukunft

Weniger zuversichtlich als Hlavtur gibt sich RTV-Trainer Arno Ehret: "Man darf immer hoffen, doch mir fehlt etwas der Glaube, dass wir es noch schaffen könnten". Und wenn’s in Bern dann für uns um nichts mehr geht, wollen wir ohne Druck wenigstens einen guten Match abliefern." Zu seiner Zukunft beim RTV will sich der Weltmeister von 1972 mit Deutschland nicht festlegen: "Nichts ist entschieden, alles ist offen." Unsicher ist auch die sportliche Zukunft des slowakischen alt-Internationalen Peter Hlavtur, der beim BSV von 2003 bis 2008 in 149 Partien 349 Treffer erzielte. "Gespräche mit dem RTV haben stattgefunden. Ein neuer Vertrag ist noch nicht unterschrieben." Der Kreisläufer wohnt immer noch in Bern und ist oft auch an den Heimspielen des BSV anwesend. "Ich liebe diese Stadt einfach und habe auch den Kontakt zu meinen ehemaligen Teamkollegen nie ganz abreissen lassen."

Grosser Aderlass beim RTV

Beim Traditionsklub RTV Basel herrschte zu Beginn der Meisterschaft Aufbruchstimmung, die vom ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Ehret übernommene Mannschaft wollte in dieser Saison ganz vorne mitmischen. Doch das auf dem Papier sehr starke Kader wusste die Erwartungen sportlich nie nur annähernd zu erfüllen. Dazu brachten finanzielle Probleme mit Lohnkürzungen von fünfzig Prozent zusätzliche Unruhe in die Mannschaft. Verständlich, dass prominente Abgänge mitten in der Saison nicht ausblieben. So steht der 31-jährige Litauer Vaidas Klimciauskas seit einem Monat in Diensten von GC Amicitia und Ivan Divkovic, Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina, bat den Verein um vorzeitige Vertragauflösung und verliess umgehend die Schweiz.. Auf die nächste Saison hin wechselt der 21-jährige  Hoffnungsträger Florian Goepfert nach sieben Jahren beim RTV zu den Kadetten Schaffhausen. Nach sechs Jahren wird zudem der 35-jährige südkoreanische Ausnahmekönner Sung-il Hwangbo in seine Heimat zurückkehren.


Jürg Jungi

Jürg Jungi (JJ)

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Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!