Martin Rubin will in Gümligen punkten


Am Sonntag kommt es in der Mooshalle Gümligen zum mit Spannung erwarteten Kantonalderby zwischen den nach zwei Runden noch ungeschlagenen Teams von Gastgeber  BSV Bern Muri und Wacker Thun. Dass die Mannschaft von BSV-Trainer Alex Milosevic noch mit weisser Weste dasteht durfte erwartet werden. Nicht aber von den Berner Oberländern, die nach dem Remis gegen Otmar am letzten Wochenende nun auch das höher kotierte Kriens-Luzern ohne Punkte auf die Heimreise schickten. Nach zwei Runden ist Wacker erster Verfolger der Top 4 der letzten Saison mit Kadetten Schaffhausen, BSV Bern Muri, GC Amicitia und Pfadi Winterthur.
 
BSV hat in den beiden ersten Durchgängen einen tollen Angriffshandball zelebriert, die Handschrift von Alex Milosevic ist unverkennbar. Auch stand in den beiden ersten Partien den Spielern die Freude ins Gesicht geschrieben, einen modernen Tempohandball spielen zu dürfen, wo Fehlwürfe ohne Sanktionen bleiben. Die erfreulichen Auftritte werden hoffentlich nicht ohne positive Auswirkungen bleiben, dass die Mannschaft künftig an ihren Heimspielen vor grösseren Zuschauerkulissen spielen kann als zumeist in der Vergangenheit.  
 
Weil Neuverpflichtung Pascal Bächtold in den beiden ersten Partien noch nicht lizenziert war, kommt der Linkshänder aus St. Gallen nun im 53. Kantonalderby zu seiner Premiere im BSV-Dress. "Ich freue mich riesig, mit meinem neuen Verein endlich den ersten Ernstkampf bestreiten zu können". Pascal Bächtold wurde diese Wochen von Nationalcoach Goran Perkovac zu einem dreitägigen Lehrgang in Sumiswald aufgeboten. Ein Jubiläum feierte beim 32:29-Sieg gegen Suhr Aarau vor Wochenfrist  Stefan Leiser. In der zweiten Halbzeit bedeutete sein vierter von total fünf Treffern zugleich das Jubiläumstor Nummer 700 für den 29-jährigen Rückraumspieler.
 
Derbys haben eigene Gesetze
 
Dass Derbys ihre eigenen Gesetze kennen und klare Favoriten immer wieder straucheln, ist in allen Ballsportarten hinlänglich bekannt. Das musste der BSV einmal mehr auch in der letzten Saison erfahren, als man gegen den Kantonsrivalen Wacker als  Favorit zweimal ohne Sieg blieb. In der Thuner Lachenhalle setzte es eine 28:32-Klatsche ab und im Moos konnte die Mannschaft nach einem sehenswerten "Flieger" mit dem Schlusspfiff zusammenfallend wenigstens noch ein 28:28-Remis retten und so eine weitere Blamage verhindern. Weil Wacker in die Abstiegsrunde verbannt wurde, kam es leider nur zu zwei Derbys. Für die neuste Auflage ist der BSV leicht zu favorisieren. Doch die Thuner möchten dem Gastgeber erneut ein Bein stellen."Wir kommen nach Bern um wieder zu punkten", gibt sich Wacker-Trainer Martin Rubin kämpferisch.
 
Wieder nach vorne orientieren
 
Dass die Berner Oberländer wie in der abgelaufenen Saison erneut nur langweilige Partien in der kaum publikumswirksamen Relegationsrunde absolvieren müssen, damit ist kaum zu rechnen.  Das Rubin-Team konnte sich gezielt verstärken und ist gemäss seinem Leitbild bereit, nach der verkorksten letzten Saison nun wieder um die ersten Ränge mitzumischen. Mit dem 35-jährigen Kroaten Borna Franic konnte von Absteiger Endingen der Torschützenkönig der Saison 2009/10 - 279 Treffer - an die Gestade des Thunersees geholt werden. Als Nachfolger des zurückgetretenen südkoreanischen Weltklassekeepers Suik-Houng Lee wurde der ehemalige Suhrer Torhüter und 21fache Internationale Andreas Merz verpflichtet, der für mindestens zwei Jahre das Dress Wackers tragen wird. Für den Rückraum konnte der Innerschweizer Fabian Studer vom B-Verein Stans mit einem Zweijahresvertrag verpflichtet werden. Doch für den talentierten U21-Internationalen kam das Out ehe die Saison überhaupt begonnen hat. Studer zog sich im ersten Training und ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss zu. Der Pechvogel wird Wacker voraussichtlich in den nächsten sechs Monaten fehlen.
 
Zuversichtlicher Martin Rubin
 
"Ich habe eigentlich ein gutes Gefühl", gibt sich Cheftrainer Martin Rubin relativ zuversichtlich. "Unser Hauptziel ist die Finalrunde und wenn das erreicht ist wünsche ich mir einen Europacup-Platz." Die Vorbereitungsphase verlief für den Wacker-Trainer alles andere als optimal. "Da glaubte ich zwei gute Linkshänder zu haben und dann der ärgerliche Unfall von Fabian Studer. Es gab aber auch immer wieder kleinere Blessuren, so dass wir kaum je sechs gegen sechs trainieren konnten. Deshalb konnten die Abläufe nicht immer wunschgemäss geübt werden." Sehr viel hält der ehemalige Weltklasse-Handballer Rubin  von Borna Franic: "Der Kroate ist auf dem Parkett eine Leaderfigur und er passt auch menschlich bestens zu unserem junge Team."
 
                                                        Jürg Jungi
 

Jürg Jungi (JJ)

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Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!