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Martin Prachar - Abwehrturm in der BSV-Defensive

 
Mit Aufsteiger Endingen gastiert am kommenden Mittwoch der einzig noch sieglose NLA-Verein beim  Favoriten BSV Bern Muri. In der Vorrunde hatten die Aargauer die Berner an den Rand einer Niederlage gebracht, ehe der BSV mit etwas Glück und neun Toren von David Staudenmann doch noch mit 25:24 Toren siegte.
 
Mit seiner Grösse überragt der 32-jährige Innenverteidiger Martin Prachar all seine Teamkollegen, mit seinen 204 Zentimetern ist der Tscheche einziger Zweimetermann der aktuellen BSV-Mannschaft.
 
Die "handballverrückte" Prachar-Familie
 
Mit 25 Jahren wagte Martin Prachar den Schritt ins Ausland. Der BSV-Abwehrchef wurde im 50 Kilometer von Prag gelegenen Kolin in eine "handballverrückte" Familie geboren. "Mein Vater Ladislav war Trainer und wir drei Brüder kamen so schon sehr früh mit dem Handball in Kontakt.  Mein älterer Bruder musste mittlerweile aber den Sport wegen Knieproblemen aufgeben und mein jüngerer Bruder spielt aktuell in der zweiten tschechischen Division."
 
Seine erste Station im Ausland führte den Abwehrhünen für zwei Jahre nach Spanien, wobei  der Klub dem tschechischen Internationalen noch heute 16'000 Euro schuldet. "Diesen Betrag habe ich schon längst abgeschrieben. Ich weiss aber von Spielern, die bei spanischen Vereinen weit höhere Beträge verloren." Nach fünf Jahren in Rumänien spielte Prachar zuletzt beim dänischen Verein Tonder. Doch nach dem verpatzten Aufstieg in die Eliteliga konnten die Nordländer den Abwehrturm nicht mehr bezahlen.
 
Weniger Tore in der Defensive erhalten
 
Mit Martin Prachar konnte der BSV seinen insgesamt siebten neuen Spieler verpflichten. Der Tscheche soll mit seiner grossen Routine mithelfen, die Defensive zu stabilisieren und den vielen jungen Akteuren dank seiner langjährigen Erfahrung auch Vorbild sein. Vor allem BSV-Trainer Alex Milosevic will erreichen, dass die Abwehr sich verbessert. In der letzten Saison mussten die Berner dem Gegner in den 32 Partien 954 Tore zugestehen, was einem Durchschnitt von 29,1 Treffern pro Match entsprach. "Ich erwarte, dass sich das Team pro Match um mindestens fünf Treffer verbessert", erklärte Milosevic zu Beginn der Meisterschaft. Noch ist dieses Ziel zwar nicht ganz erreicht, doch vor dem Spiel gegen Endingen drückte die Berner Abwehr  den Schnitt auf nur noch 25,81 Treffer pro Partie. "Wir dürfen nicht vergessen, dass im Team viele junge Spieler stehen und wir durch Verletzungen einige Ausfälle zu beklagen haben und das Defensivverhalten durch Umstellungen immer wieder darunter litt. Mit Trainer Alex unterhalte ich mich laufend über mögliche Dispositionen. Ich bin mir aber sicher, dass unsere Verteidigung im Laufe dieser Meisterschaft immer mehr zu einem nur schwer zu überwindenden Bollwerk wird", ist Martin Prachar überzeugt.
 
Insgesamt spielte Prachar bisher 32mal für das tschechische Nationalteam. Martin erinnert sich auch an das Länderspiel gegen die Schweiz vom 22. März 2008 im Rahmen des Vierländerturniers in Tschechien. Mit Antoine Torhüter Ebinger und dem zweifachen Torschützen Tom Furer stand er gleich zwei aktuelle Teamkollegen gegenüber. "Wir gewannen das Turnier und besiegten die Schweiz mit 33:24 Toren", weiss Martin Prachar noch heute. Seine guten Deutschkenntnisse hat der Tscheche an der Schule und in Sprachkursen in seiner Heimat gelernt, so dass er keine Verständigungsschwierigkeiten mit seinen Teamkollegen hat.
 
Bericht: Jürg Jungi

Martin Prachar

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Bild: Manfred Schär

Jürg Jungi (JJ)

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Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!