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Die Stadtberner wollen Revanche


Zum 58. Kantonalderby empfängt BSV Bern Muri den überraschenden Tabellenzweiten Wacker Thun. Für die Stadtberner heisst es verlieren verboten, wollen sie den Anschluss an die Spitze nicht verlieren. Im Hinspiel siegten die Thuner mit 27:24.
 
Die Niederlage liegt den meisten BSV-Akteuren wohl noch immer auf dem Magen. Die Stadtberner waren während 50 Minuten die klar bessere Mannschaft, führten zeitweilig mit sechs Toren, mussten letztlich aber das Punktepaar dennoch dem Rivalen aus Thun überlassen. Die ärgerliche Niederlage hat sich das Team jedoch aus eigenem Verschulden eingebrockt. Und während die Berner Oberländer diesen Triumph ausgiebig feierten, standen die Akteure von Trainer Alex Milosevic in der Lachenhalle völlig konsterniert  auf dem Parkett herum.
 
„Die letzten Derbys haben immer wieder gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind“,  gibt sich BSV-Übungsleiter noch heute überzeugt. Zur neusten Auflage meint Milosevic: „Wir werden alle Modalitäten und taktischen Varianten durchchecken, damit wir nach 60 Minuten als Sieger dastehen. Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir diesmal gewinnen werden.“ Wie auch immer der Gegner heisst, für den BSV-Coach geniesst  jede Partie die gleiche Priorität, auch das Berner Derby. „Der Unterschied gegen Wacker zeigt sich jeweils einzig in erhöhter mentaler Bereitschaft.“
 
Wacker-Trainer Martin Rubin war nicht nur Baumeister des überraschenden Sieges über den Rivalen aus der Bundesstadt. Der 47-jährige gelernte Sportlehrer und ehemalige Weltklasse-Handballer zeichnet auch dafür verantwortlich, dass die Berner Oberländer in der laufenden Meisterschaft  die Überraschungsmannschaft schlechthin sind und nach 15 Runden hinter den Kadetten mit 22 Zählern den zweiten Rang belegen. „Ich möchte mit meinem Team in die Finalrunde kommen. Doch das wird keine leicht zu lösende Aufgabe werden“, meinte Rubin vor Meisterschaftsbeginn. Dieses Ziel sollten die Berner Oberländer eigentlich ohne Probleme erreichen, beträgt der Vorsprung nach zwei Dritteln der Qualifikationsphase auf St. Otmar und Stäfa (je 14 Punkte) doch bereits beruhigende Punkte.
 
Rubin erwartet knappen Ausgang
 
„Wir hatten nur Abgänge und keine Zugänge zu verzeichnen. Da durfte ich die Erwartungen wirklich nicht zu hoch ansetzen. Unser derzeitiger Punktestand und der momentan zweite Zwischenrang ist für mich nun wirklich das Höchste aller Gefühle. Ich betone immer wieder, dass unser primäres Ziel vorläufig nur die Qualifikation für die Finalrunde heissen kann.“ Dem Derby sieht Rubin eher gelassen entgegen. „Klar ist jeder Spieler bis in die Fingerspitzen geladen und wir wollen den BSV erneut besiegen. Doch wie beim 27:24-Sieg im Hinspiel wird es erneut einen sehr knappen Ausgang geben. Gewinnen wird die Mannschaft welche mit dem Druck besser umgehen kann.“
 
Martin Rubins Höhepunkt seiner internationalen Karriere erlebte der Linkshänder mit dem vierten Rang an der Weltmeisterschaft 1993 in Schweden. Von 1983 bis 1990 spielte der Spiezer für den BSV Bern ehe er zu Wacker Thun wechselte. Mit dem Stadtberner Traditionsverein wurde er 1985 Schweizer Meister. Seine Sporen als erstmals alleiniger Headcoach verdiente sich Rubin beim BSV von 2003 bis 2007 ab, in gleicher Funktion zeichnet er nun sehr erfolgreich bei Wacker Thun verantwortlich.
 
                                                                                Jürg Jungi

Jürg Jungi (JJ)

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Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!