Die Leistungsträger fallen reihenweise aus
Nach der sechswöchigen Winterpause startet die NLA-Meisterschaft zu den letzten fünf Runden in der Qualifikation. Den Auftakt macht der BSV gegen den souveränen und verlustpunktelosen Leader Kadetten Schaffhausen. Die Teilnahme an der Finalrunde mit den sechs bestklassierten Teams ist für die Berner nicht mehr so sicher, beträgt der Vorsprung auf die derzeit unter dem Strich platzierten Laker Stäfa doch lediglich drei Punkte. Nach den Kadetten warten mit Stäfa, Suhr, RTV Basel und Gossau Equipen, gegen welche die Schützlinge von Trainer Alex Milosevic normalerweise gewinnen müssten.
Doch derzeit wird der BSV weiterhin von der Verletzungshexe verfolgt, wie es ein Schweizer Verein der Nationalliga A innerhalb von kurzer Zeit gemäss Umfrage noch nie erlebte. Nach den langzeitverletzten Goran Cvetkovic (Kreuzbandriss im Juli) und Misha Kaufmann (Operation an der Wurfschulter im Oktober) hat es zwei weitere Leistungsträger erwischt. Kreisläufer Alen Milosevic erlitt im Januar im Trainingslager der Schweizer Nationalmannschaft einen Bänderriss am Sprunggelenk und für Ladislav Tarhai kam das Out an der Europameisterschaft in Serbien. Der Slowake erlitt im Spiel gegen die Polen eine schwere Knieverletzung. Für den mit 63 Treffern besten Torschützen seines Teams ist die Saison beendet. Wieder einsatzfähig ist Valentin Striffeler nach der Operation am rechten Fuss im Oktober. Bei diesem ausgedünnten Kader mit dem Ausfall von gleich vier unverzichtbaren Stammspielern müsste schon die Qualifikation für die Finalrunde als Erfolg gewertet werden.
Als Vorbereitung auf die abschliessende Qualifikationsphase weilten die Berner ohne seine Nationalspieler in einem fünftägigen Trainingslager in Belgrad. „Einige Trainingseinheiten konnten wir dabei mit der englischen Nationalmannschaft, die an den Olympischen Sommerspielen in London teilnehmen wird, bestreiten. Wir hatten aber auch Gelegenheit, besten Anschauungsunterricht an einigen EM-Partien zu geniessen“, so Trainer Alex Milosevic, „es war ein in allen Belangen gelungener Abstecher nach Belgrad.“
Kadettens Siegesserie
Auch im dritten Aufeinandertreffen der Saison zwischen dem BSV und den Kadetten werden die Berner kaum eine Überraschung schaffen. Die Vorzeichen sprechen ganz klar für die Gäste aus Schaffhausen. Zu dominant trat der Titelverteidiger aus der Munotstadt bisher auf und immer standen sich im laufenden Championat dabei zwei Teams aus verschiedenen Gewichtsklassen gegenüber. Nach 17 Erfolgen in Serie werden die Kadetten vom Trainerduo Petr Hrachovec (CZE) und dem Bümplizer Urs Schärer wohl auch in der Fortsetzung der Meisterschaft von keiner Mannschaft zu besiegen sein.
Zuletzt hatten sich die beiden Kontrahenten am 14. Dezember im Cup Achtelfinal gegenüber gestanden. Gastgeber BSV bot eine kämpferisch tadellose Einstellung und konnte die Partie bis eine Viertelstunde vor Schluss praktisch ausgeglichen gestalten. Doch das Aus konnten die Berner nicht verhindern, letztlich unterlagen sie dem Überflieger der Schweizer Handballszene doch noch klar mit 25:33. Die beiden Teams schenkten sich in den 60 Minuten nichts, wobei die Härte der Begegnung einige Male über dem Limit lag. Es ist deshalb zu wünschen, dass die Neuauflage zwischen den beiden Kontrahenten nicht mehr so hässig geführt wird.
Jürg Jungi