bsv-preview-2012-v4.jpg

Der BSV mit intakten Chancen für die Play-off-Halbfinals

 
Zum Abschluss der Qualifikationsrunde gastiert Fortitudo Gossau beim BSV Bern Muri. Das Team von Trainer Alex Milosevic ist für die Finalrunde qualifizert, die Fürstenländer mit dem in Thun geborenen langjährigen Wacker-Spieler Claudio Badertscher müssen die  Abstiegsrunde bestreiten. Für beide Mannschaften ist ein Sieg wichtig, werden die Punkte aus der Qualifikation doch mitgenommen. Da Kriens-Luzern im letzten Durchgang gegen Kadetten Schaffhausen normalerweise verlieren sollte, könnte der auf Rang fünf liegende BSV im Kampf um die Play-off-Halbfinals mit einem Erfolg den Rückstand auf die Innerschweizer auf nur noch zwei Zähler reduzieren.
 
Seit einiger Zeit verbringt der 27jährige Claudio Baderschter zwischen Bern, Thun und St. Gallen viel Zeit im Zug, pro Woche gegen 17 Stunden. Der Thuner spielt seit dieser Saison für Fortitudio Gossau, in St. Gallen lebt er in einer WG, an der Berner Fachhochschule studiert der gelernte Kaufmann Betriebsökonomie und in Thun findet er auch immer wieder Unterkunft im „Hotel Mama“.
 
Claudio Badertschers Herz schlägt zwar noch immer stark für Wacker, auch wenn der Kreisläufer zur Zeit in der Ostschweiz auf Punktejagd geht. Mutter und Vater spielten für den BSV Thun - der 1976 zu BSV Wacker Thun fusionierte - und so verwunderte nicht, dass auch Klein-Claudio schon sehr früh dem Handball hinter her jagte. Bei Wacker Thun durchlief er alle Juniorenstufen und gehörte anschliessend während sechs Meisterschaften dem NLA-Fanionteam an.
 
Wegzug von Wacker fiel nicht leicht
 
„Nach so vielen Jahren brauchte ich einfach eine Luftveränderung“, begründet Badertscher seinen nicht ganz freiwilligen Abgang von den Berner Oberländern, ein Entscheid der ihm nicht leicht gefallen sei. Durch einen Bekannten erfuhr der Thuner, dass Gossau einen Kreisläufer nötig hatte. “So suchte ich den Kontakt zum Ostschweizer Verein und konnte schon bald einen Vertrag über zwei Jahre abschliessen.“ Ob Badertscher die Fürstenländer aber Ende Saison schon wieder verlassen wird ist noch ungewiss. „Ich habe den Vertrag im Dezember gekündigt. Ein Grund war, dass nach der Kündigung von Trainer Predrag Borkovic die Nachfolge zu diesem Zeitpunkt noch nicht geregelt war. Dazu kam auch, dass ich mir mit meinen schulischen Verhältnissen noch nicht im klaren war.“ Wie Claudios handballerische Karriere künftig aussehen wird, weiss der Thuner noch nicht. „Ich möchte wenn immer möglich weiterhin in der Nationalliga A spielen.“ Ein Angebot hat Badertscher aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keines. Der Thuner schliesst aber nicht unbedingt aus, dass er unter dem neuen Trainer Rolf Erdin trotz seiner Kündigung weiterhin bei Gossau bleiben könnte.
 
Die Gossauer sind seit dem Jahr 2008 in der Nationalliga A. Im bisherigen Verlauf der Meisterschaft haben die Ostschweizer schwer enttäuscht und die Erwartungen nicht erfüllt. „Wir haben uns eindeutig unter Wert verkauft“, meint Claudio Badertscher, „eine Teilnahme an der Finalrunde hat die Mannschaft aber schon seit einiger Zeit abgehakt.“ Der ehemalige Thuner Kreisläufer freut sich auf den Match gegen den BSV, „denn da kommen mir viele schöne Erinnerungen an die meist von Emotionen geprägten Kantonalderbys“, meinte der hinter Daniel Stahl zweitbeste Gossauer Skorer. Mit seinen 119 Treffern ist Claudio Badertscher in den „Top ten“ der SHV-Torschützenliste klassiert.
                                                                                                        Jürg Jungi

Jürg Jungi (JJ)

jungi.jpg

Ein unermüdlicher Schreiber und ein wandelndes Handballarchiv zugleich.
JJ schreibt seine Zeilen zu jedem Heimspiel. Viel Vergnügen!