Schweiz – Holland 29:30 (13:15)
Die Schweiz hat am Yellow Cup in Winterthur das Auftaktspiel gegen Holland überraschend mit 29:30 verloren. Die SHV-Auswahl von Trainer Goran Perkovac zog vor 1050 Fans einen schwachen Tag ein und liess Emotionen oder Aggressivität vor allem in der Deckung über weite Strecken vermissen. Die individuell gut besetzten Holländer wussten davon zu profitieren.
Es war für die Schweizer Nationalmannschaft und auch für das Publikum in der Eulachhalle ein Abend zum Vergessen. Die SHV-Auswahl präsentierte sich am ersten Turniertag des Yellow Cup in ungenügender Verfassung. Es war ein Auftritt, der doch einige Fragen offen liess. "Emotionen waren Mangelware bei uns, und die Aggressivität habe ich komplett vermisst", sagte Goran Perkovac. In der über weite Strecken ausgeglichenen Partie waren die Holländer am Ende jene Mannschaft, die den Erfolg schlichtweg mit mehr Willen anstrebte. So ging die SHV-Auswahl zwar in der 56. Minute noch einmal mit 28:27 in Führung, gab diese aber in den Schlussminuten wieder aus der Hand – auch, weil sich das Team in entscheidenden Momenten zu wenig clever anstellte.
Vor allem in der Verteidigung offenbarten die Schweizer am Freitagabend viel Steigerungspotenzial. "Wir haben keinen guten Handball gespielt und sind unter unserem Niveau geblieben. Vor allem in der Deckung", sagte Goran Perkovac nach der Partie. "Wir wollten eigentlich ein massives 6-0 aufbauen, haben aber praktisch alle Tore durch die Mitte erhalten. Da müssen wir uns deutlich steigern." Die Holländer fanden im Schweizer Deckungsverbund tatsächlich sehr viele Freiheiten vor und nützten diese für zahlreiche einfache Tore. Die starken Linkshänder Mark Bult (6) und Iso Sluijters (4) sowie Kreisläufer Ton Leenders (6) düpierten das behäbige Heimteam gleich mehrfach.
Alles in allem war es eine bescheidene Leistung der Schweizer, die in der Eulachhalle nicht wirklich Werbung in eigener Sache machten. Dennoch positiv hervorzuheben ist Andy Schmid (7), der das Spiel in schwierigen Momenten an sich zu reissen versuchte und der gefährlichste SHV-Angreifer war. David Graubner (6) zeigte zwar eine gute erste Halbzeit, baute danach aber stark ab. Und ausser von Thomas Heer, der am Kreis viermal erfolgreich war, kam sonst von der Schweizer Offensivabteilung nicht besonders viel. Es fehlte vorne wie auch hinten vor allem an der letzten Konsequenz. Holland nahm derweil seine Chance wahr und holte sich den ersten Sieg gegen die Schweiz seit 2001 – er war dabei alles andere als gestohlen.
Eulachhalle, Winterthur – 1050 Zuschauer – Sr. Fleisch/Rieber (De).
Torfolge: 1:0, 1:1, 3:1, 3:3, 4:3, 5:4, 6:5, 6:8, 7:9, 11:9, 11:11, 12:11, 13:12, 13:15; 14:15, 15:16, 16:18, 18:18, 22:21, 23:22, 23:24, 24:24, 24:25, 25:26, 26:27, 28:27 (56.), 28:30, 29:30.
Strafen: Je 4-mal 2 Minuten.
Schweiz: Stauber (8 Paraden)/Portner (31. bis 53./4 Paraden); Schmid (7), Goepfert (1), Kurth (3), Liniger (4/3), Graubner (6), Scheuner (2), Milosevic, Hess, Heer (4), Hofstetter, Vukelic, Svajlen (2).
Holland: Eijlers (4 Paraden)/Cappel (43. bis 45. und ab 52./4 Paraden); Vink, Leenders (6), Van Schie, Adams (2), Schagen, Snijders (1), Lochtenbergh (5/1), Sluijters (4), Bult (6), Verjans (2), Boomhouwer (1), Reemer, Konitz (3).
Bemerkungen: Schweiz ohne Fellmann (verletzt), Raemy (Pause), Baumgartner, Quadrelli (beide überzählig), Dähler und Spengler (beide nicht eingesetzt). Eijlers hält Penalty von Liniger (25./12:12). Stauber hält Penalty von Lochtenbergh (44./22:21). Schmid schiesst Penalty an den Pfosten (49./23:23). Schagen schiesst Penalty an die Latte (53./25:26). Time-outs. Schweiz: 28./13:14, 59./28:30. Holland: 57./28:27.
Quelle: www.handball.ch, Marco Ellenberger