BSV Bern Muri – Kadetten Schaffhause 25:33 (15:15)
 
Der BSV Bern Muri hat die Kadetten Schaffhausen im Achtelfinal des Schweizer Cups gefordert und lange geärgert. Zur Pause stand es noch unentschieden (15:15). Am Ende reichten die Kräfte aber nicht für eine Überraschung gegen den Champions-League-Teilnehmer. Das deutliche Resultat (25:33) kam erst in der Schlussviertelstunde zustande.
 
Der BSV Bern Muri zeigte gestern Abend gegen die Kadetten Schaffhausen von der ersten Minute an, dass er die Partie gegen den Überflieger im Schweizer Handball nicht schon von vornherein verloren gab. Gleich in den ersten paar Aktionen gaben die Spieler den kämpferischen Tarif durch. So heiss haben die Zuschauer den BSV seit einigen Partien nicht mehr gesehen, und es dürfte keine gewagte Prognose sein, dass es beim Derby gegen Thun am Samstag (Mooshalle Gümligen, 17.30 Uhr) ähnlich heiss zu- und hergehen wird. So wohnten die Zuschauer einer spektakulären Partie bei, die von Anfang an rau, teilweise gehässig geführt wurde. Der BSV vermochte zu überraschen: Mit der Einwechslung des jungen Torhüters Nikola Portner in der 13. Minute, dem gleich einige Paraden gelangen, konnte der BSV die Partie ausgeglichen gestalten und mit einem Unentschieden in die Pause gehen, das aufhorchen liess (15:15). Und hätte der BSV nicht grosses Pech mit Abprallern beklagt – nicht ein abgewehrter Ball fiel den Bernern in die Hände –, so wäre auch eine Pausenführung durchaus möglich gewesen.

Kadetten: individuelle Klasse

Bern-Trainer Alex Milosevic bestätigte nach dem Spiel: „Wir hatten das Ziel, die Kadetten aus dem Cup zu werfen. Bis zur 45. Minute gelang uns genau das umzusetzen, was wir wollten. Dann gingen uns leider die Kräfte aus. Aber ohne ihren Regisseur Peter Kukucka hätten wir die Kadetten heute besiegt.“ In der Tat: Während der BSV als Team überzeugte und jeder – auch jene, die auf der Bank sassen – spürbar mit dabei war, punkteten die Schaffhauser mit individueller Klasse. Peter Kukucka, Aleksandar Stojanovic und Iwan Ursic machten unter Bedrängnis oft mit feinen Einzelleistungen den Unterschied. Doch auch beim BSV gibt es trotz geschlossener Mannschaftsleistung zwei Spieler herauszuheben: Tobias Baumgartner und Ladislav Tarhai zeichneten sich beide mit wichtigen Toren und als sechsfache Torschützen aus.

Harte Partie

Der Berner Urs Schärer, bei den Schaffhausern als Co-Trainer engagiert, zeigte sich nach der Partie nicht überrascht über den vehementen Widerstand des BSV: „Das war ein Cupfight, wie man ihn kennt. Wir wussten, dass es hier nicht einfach würde und der BSV nichts zu verlieren hatte. Zwei-, dreimal war die Härte über dem Limit, aber am Ende haben wir souverän gewonnen, weil wir uns nicht aus der Ruhe bringen liessen.“ Tatsächlich gab es auf beiden Seiten immer wieder Unterbrüche wegen Spielern, die liegenblieben, und für einmal handelte es sich meist nicht um taktisch vorgeschützte Wehwehchen. So schied der Schaffhauser David Graubner mit Verdacht auf Gehirnerschütterung aus, und Alen Milosevic vom BSV hatte nach einem Zusammenprall für den Rest des Spiels eine ziemlich eckige Gangart.

BSV nahe am Optimum

Der BSV zeigte also kämpferisch eine Top-Einstellung, und die Fehlerquote in Angriff wie auch Verteidigung war nahe am Optimum, dass die Berner selbst die Kadetten in Bedrängnis bringen konnten. 40 Minuten reichten die Kräfte: Da stand es 20:22 und der BSV hatte in doppelter Überzahl sogar noch ein Tor erzielt. Dann aber riss der Faden und die Kadetten zeigten, warum sie in der Schweiz kaum Konkurrenz kennen: Innerhalb einer Viertelstunde legten sie augenscheinlich locker ein zehn Tore zwischen sich und den Gegner (23:33). Damit war die Partie gelaufen, wenn der BSV am Ende auch mit einer offensiven 4:2-Deckung noch einige Tore aufholen konnte.
(tmk)
 
Mooshalle Gümligen. - 600 Zuschauer.- SR Brianza/Lämmler. - Strafen: BSV 5 mal 2 Minuten plus rote Karte gegen Milosevic (52.), Kadetten 3 mal 2 Minuten. - Bemerkungen: BSV ohne die verletzten Cvetkovic, Kaufmann und Striffeler. Kadetten ohne Jurca und Dissinger. Portner hält Siebenmeter von Pendic (7:8, 16. Minute). Graubner mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgeschieden (8. Minute).
 
BSV Bern Muri: Marjanac/Portner; Baumgartner (6), Furer, Hofstetter (1), Tarhai (6), Heer (1), Prachar (1), Milosevic (2), Räz, Reber (3), Schwander (2), Staudenmann (3/1).
 
Kadetten Schaffhausen: Vaskevicius/Quadrelli; Vukelic (3), Kukucka (6), Vrany (1), Goepfert, Graubner (2), Pendic (4), Starczan (4), Stojanovic (5), Bucher, Ursic (6/2), Tominec (2).