BSV Bern Muri – Wacker Thun 28:29 (13:13)
Im kampfbetonten 58. Derby unterlag BSV Bern Muri in der ausverkauften Mooshalle vor 1100 Zuschauern dem Kantonalrivalen Wacker Thun mit 28:29 (13:13) Toren.
Dem ersatzgeschwächten BSV ist die angestrebte Revanche für die 24:27-Vorrunden-Niederlage missglückt. Nach Cvetkovic, Kaufmann und Striffeler mussten die Stadtberner auch noch auf Kreisläufer Milosevic verzichten. Der Nationalspieler hatte sich im Cupspiel gegen die Kadetten am linken Sprunggelenk einen Bänderriss zugezogen. Trotz Verletzungspech wollte der BSV unbedingt gewinnen und fing das Spiel in so rasantem Tempo an, dass den verdutzten Thuner erst in der 7. Minute das erste Tor zum 5:1 gelang. Unterstützt von Paraden des jungen Torhüter Nikola Portner gefielen die Stadtberner den erfreuten Zuschauern mit einer kompakten Abwehr und einem dynamischen Angriff. Die Wacker-Spieler kämpften sich jedoch dank ihrer druckvollen, eingespielten Teamarbeit wieder ins Spiel und gingen 79 Sekunden vor Pausenpfiff durch Dähler erstmals mit 12:13 in Führung.
Nach der Pause schien dem BSV das harte Cup-Spiel 3 Tage zuvor gegen die Kadetten noch in den Knochen zu schlummern. In der Offensive schlichen sich individuelle Fehler ein, die Abwehr agierte weniger konsequent und Torhüter Marjanac gab in dieser Phase der Mannschaft zu wenig Rückhalt, um mit Wacker auf Augenhöhe mitzuhalten. Letztmals führten die Gastgeber in der 37. Minute durch Staudenmann 17:16 gerieten dann aber bis in die 52. Minute entscheidend mit 20:24 in Rückstand.
Obwohl alle BSV-Spieler an den Rand ihrer physischen Kräfte gingen und beherzt kämpften, vermochte nur David Staudenmann mit neun Treffern seine Normalleistung zu erbringen. „Wacker Thun hat dieses Derby verdient zu seinen Gunsten entschieden“, meinte der Rechtsaussen hinterher, „unser Rückraum hatte gegen die kompakt stehende Thuner Defensive einen sehr schweren Stand. Dazu kam, dass unser Spiel von zu viel ungereimten Offensivbemühungen geprägt war.“ Eine gute Note hat auch „allrounder“ und Schwerarbeiter Thomas Heer verdient, der durch sein kompromissloses Einsteigen der gegnerischen Defensive noch am meisten Probleme aufgab.
Wacker präsentierte sich in der Offensive gefährlicher als die Gastgeber, sie wirkten viel abgeklärter und suchten den Erfolg konsequent mit mehr Druck in die Tiefe. Aus dem homogenen Ensemble mit seinen agilen Spielern stachen noch besonders der achtfache Torschütze Jonas Dähler und Luca Linder (6) heraus. Repräsentativ für das ganze Spielgeschehen kann auch der Umstand gesehen werden, dass Wacker in der zehnminütigen numerischer Überlegenheit sechs Treffer erzielen konnte, dem BSV bei gleich langer Überlegenheit jedoch, lediglich zwei Treffern gelangen. Dies weil in dieser Phase der Ball durch Undiszipliniertheiten, überhastete Abschlüsse und technische Fehler verloren ging.
„Das hart aber fair umkämpfte Kantonalderby wurde - mit einigen Ausnahmen - von einem kompetenten Schiedsrichterpaar geleitet, und war für die zahlreichen Zuschauer beste Werbung für den Berner Handball. Wacker Thun vermochte übers Kollektiv zu überzeugen. Der Sieg geht in Ordnung,“ fasste Sportchef Daniel Weber auf dem Weg zum BSV Weihnachtsessen das Spiel kurz zusammen. (jpc)
Mooshalle Gümligen . – 1100 Zuschauer (ausverkauft). – SR Brunner/Salah. – Strafen: BSV & Wacker je 5mal 2 Minuten. – Torfolge: 3:0, 5:1, 6:3, 7:4, 8:5, 8:8, 10:8, 10:10, 12:13, 13:15, 16:15, 17:16, 17:18, 18:18, 18:20, 19:22, 20:24, 22:24, 23:26, 25:28, 26:29, 28:29. – Bemerkungen: BSV ohne die verletzten Cvetkovic, Kaufmann, Striffler und Milosevic, Wacker komplett. Staudenmann wirft Penalty an den Pfosten (8:7/20.), Portner hält Penalty von Franic (22:24/53.)
BSV: Portner (1.-24.)/Marjanac; Baumgartner (2), Heer (3), Reber (5), Hofstetter (5), Tarhai (2), Furer (1), Prachar, Schwander (1), Räz, Furer, Staudenmann (9/5).
Wacker: Merz/Winkler; Caspar (3), von Deschwanden (5), Szymanski (5), Franic (1), Linder (6), Dähler (8), Friedli (1), Buri, Rathgeb, Getzmann.