Ich lag ganz in meinen Gedanken versunken bei meinen Freunden im Regal. Alle dufteten nach neuem Leder, ausser leider ein paar künstlichen, und wir genossen die Ruhe. Plötzlich ergriff mich eine Hand, trug mich zu einem komischen piepsenden und laufendem Ding. Anschliessend kam ich eine Tasche neben Turnschuhe, Badetuch, Socken und vielen anderen Sachen.
 
Nach ein paar Tagen wurde es plötzlich sehr hell. Als ich sah, dass ich in einer Sporthalle war, freute ich mich darüber gebraucht zu werden, so wie es geplant war. 
 
Endlich wurde ich gepasst, geprellt, gefangen und ins Tor geworfen. 
 
In der ersten Zeit wurde ich oft gepasst und gefangen. Doch leider so, dass ich keine Chance hatte bis zu den Händen zu gelangen, in die ich mich hineinlegen konnte. Falls ich es einmal bis zu den Händen schaffte, verpassten sie mich. Doch ich freute mich umso mehr, als es mit der Zeit immer besser ging - ich bekam Übung.
 
An einem Samstag merkte ich, dass etwas anders war. Es waren plötzlich viel mehr Hände da als gewöhnlich und diese waren nervös. Das Passen und Fangen war wieder wie am Anfang. Ich wunderte mich sehr, da ich eigentlich alles daran setzte, es so gut wie möglich zu machen. Ins Tor zu gelangen fiel mir äusserst schwer. Nach einem lauten Pfiff, oder sogar deren drei, waren die Hände die mich wieder in die Tasche verstauten nicht so wie sonst. Sie waren irgendwie enttäuschter. Mir wurde im Spiel bewusst, dass mir einfach viel zu viel Übung fehlte, da ich jetzt Vergleichsparameter zu den anderen Händen hatte. Die anderen Hände passten und fingen einfach viel besser. Komisch!
 
So ging es an den meisten Samstagen und Sonntagen mit den fremden Händen. Abgesehen von 2 Mal wo ich merkte, dass die fremden Hände nicht so gut waren wie sonst. Trotzdem stellte ich fest, dass je länger sie mit mir spielten desto besser klappte es. Ja und einzelne Hände wurden sogar richtig gut! 
 
In den Stunden in denen ich in der dunklen Tasche wieder warten musste, dachte ich so für mich, wenn meine Hände mehr üben oder länger spielen würden, so könnten diese ebenfalls richtig gut werden!
 
Ein grosser Mann, ich glaube sie nennen ihn Trainer, kam vor kurzem zu mir und flüsterte, ich soll mich in seinem Namen bei allen bedanken. Sein Dank gehört Slavko Corluka, der immer wieder geholfen hat das Training zu leiten. Ebenfalls dankt er den Eltern für ihren grossen Einsatz. Sie fuhren die Hände zu den Spielen und unterstützten diese auf breiter Ebene. Er bedankt sich auch bei allen anderen die der U15 helfen, dass das Ziel erreicht werden kann!
 
Ich mache jetzt einen kurzen Winterschlaf in meiner Tasche und freue mich auf meine und viele andere Hände!
 
Euer U15-Ball
 
 

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